Ziele des Projektes


"Fatima 2011 - eine Qualifikationsoffensive junger Musliminnen" ist ein Projekt zur Förderung von jungen muslimischen Frauen und Mädchen. Es bildet die jungen Frauen mit besonderen Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen aus und ist ein Projekt mit inhaltlichen Zielen. Gleichzeitig verhilft es den Teilnehmerinnen zu einem stärkeren Selbstbewusstsein. Die Teilnehmerinnen sind Multiplikatorinnen und Aktivistinnen aus dem gesamten Bundesgebiet mit Schwerpunkt Wien. Diese Multiplikatorinnen sollen ihre Qualifikationen und Motivation an andere weitergeben.

Image der muslimischen Frau
Leider ist das Bild von Musliminnen und Muslimen in der österreichischen Gesellschaft und in den Medien nicht besonders positiv. Vor allem, was die muslimische Frau betrifft, gibt es sehr viele Vorurteile und Feindbilder. Der Abschlussevent verfolgt deshalb auch das Ziel, das Bild von Musliminnen in der Gesellschaft und in den Medien zu verbessern. Das Gegenteil des vorurteilbelasteten Bildes der ungebildeten, fremden und vielleicht auch gefährlichen Frau soll vermittelt werden: Muslimische Frauen, die österreichisch, selbstbewusst, stark, gebildet und modern sind. VertreterInnen von öffentlichen Institutionen und PolitikerInnen sind genauso eingeladen wie MedienvertreterInnen. Somit werden MultiplikatorInnen und MeinungsbildnerInnen für die Idee gewonnen und ein neues Bild der muslimischen Frau transportiert.

Dialog
Das Abschlussevent besteht aus inhaltlichen Vorträgen, Präsentationen, einem eigenen kritisch-kömödischen Theatersketch, sowie angenehmer Live-Musik. Teilnehmen können alle Interessierten. Somit ist das Abschlussevent ein bedeutender Anlass zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit allen Themenbereichen, die die muslimische Frau betreffen. Im Anschluss an das Programm stehen außerdem die Teilnehmerinnen für Gespräche und für den Dialog bereit. Gegen Vorurteile anzukämpfen, Ängste und Spannungen abzubauen und eine "österreichisch-islamische" Identität vorzuleben und zu kommunizieren, ist sehr wichtig für die Gegenwart und Zukunft unseres Landes und für die Integration und Partizipation von muslimischen Jugendlichen in Österreich.



Die Einheiten 2010/2011



Teambildung und Gruppendynamik

Die erste Einheit stand unter dem Motto "Teambildung und Gruppendynamik". Ziel war es, dass sich die Teilnehmerinnen besser kennenlernen und ein Gruppengefühl entwickeln. Dabei begleiteten sie Mag. Ulrike Farnik und Mag. Amani Abuzahra, die mit der Durchführung verschiedener Übungen und Spiele versuchten, den jungen Frauen die Mechanismen innerhalb einer Gruppe näherzubringen. Jede sollte ihre Rolle innerhalb ihrer eigenen Gruppe erkennen und sich dieser annehmen, denn erst die einzelnen Personen machen das Gesamte aus. Dass sie während dieses Wochenendes ihre Kolleginnen mit Wasserkisten über einen virtuellen Säurefluss befördern mussten, hatten die Fatimas nicht erwartet. „Es war so ein cooles Wochenende! Vor allem bei dem Spiel mit dem Säurefluss habe ich viel über Kooperation und die richtige Planung gelernt“, so Nadine.

Körpersprache und Rhetorik

„Die Redekunst ist die allerumfassendste Kunst.“ (Aurelius Augustinus)
Reden und andere begeistern zu können, zählt zu den wichtigsten Kompetenzen in einer Kommunikationsgesellschaft. Deshalb wurde für die zweite Seminareinheit das Thema „Körpersprache und Rhetorik“ gewählt. Die Fatimas lernten durch das Erzählen von Kurzgeschichten und Impulsreferaten, wie sie am besten ihre Stimme, ihre Mimik und Gestik einsetzen können, um den besten Erfolg damit zu erzielen. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, so dass die witzigsten Geschichten von verirrten Ostereiern bis hin zu fliegenden Eiskugeln zu hören waren. Erste Erfolge waren gleich nach den Übungen zu beobachten, da stets eine ertragreiche und überaus eloquente Feedbackrunde durchgeführt wurde, in der sowohl die Trainerin Mag. Ulrike Farnik, als auch die übrigen Teilnehmerinnen eine detaillierte Rückmeldung geben konnten.

Projektmanagement

Auf die Seminareinheit „Projektmanagement“ waren die Fatima-Teilnehmerinnen besonders gespannt, denn jede der Teilnehmerinnen kannte die Wichtigkeit der richtigen Planung. An diesem Wochenende kamen sie voll auf ihre Kosten, da die Projektmanagerin Dudu Kücükgöl sie mit bestimmten Frames, To-Do-Listen und Dringlichkeitstabellen bekannt machte, die allesamt nützliche Helfer auf dem Weg der Organisation eines Tages, einer Woche oder eines Projektes waren. Damit das Wissen nicht auf der theoretischen Ebene blieb, bekamen die Fatimas ein großes Projekt zugeteilt: Nämlich die Organisation ihres eigenen Abschlussfests. Die Fatimas waren Feuer und Flamme und stürzten sich voller Elan in die neue Aufgabe. Hierzu wurden die Teilnehmerinnen in Teams eingeteilt, um unter Begleitung der Seminarleiterin ihre Aufgabenfelder zu erarbeiten.


Frau im Islam

Nach so vielen interessanten Seminareinheiten, bei denen die Fatimas gelernt haben, ein Team zu leiten, sich und ihre Anliegen richtig zu präsentieren und nicht zuletzt auch Projekte selbst zu planen und durchzuführen, führte Mag. Amena Shakir die Teilnehmerinnen in das Thema „Frau im Islam“ ein. Sie machte die kontroverse Diskussion über die muslimische Frau transparent und verdeutlichte anhand von Übungen die Entstehung von Selbst- und Fremdbildern, die auch immer mit Wertungen und Abwertungen in Verbindung stehen. Die Fatimas erhielten einen umfassenden Überblick über die Stellung der Frau im Islam, wobei sie selber staunen mussten, wie viel es in diesem Bereich noch zu wissen gab. „Nach dieser Einheit denkt man über sich selbst und andere Frauen viel differenzierter“, resümierte Büsra diese Seminareinheit.

Politik in Österreich Teil 1

In der vierten Seminareinheit wurden die Fatimas vom Politikwissenschaftler Dr. Farid Hafez in das politische System in Österreich eingeführt. Die Fatimas vertieften ihren Einblick in die Strukturen und Mechanismen der österreichischen Politik, um politische Prozesse und gesellschaftliche Zusammenhänge detaillierter und konkreter nachvollziehen zu können. Es ging aber auch in großem Maße darum, die Verantwortung einer jeden innerhalb Österreichs zu verdeutlichen und dazu zu animieren, noch mehr und noch vertiefter an politischen Prozessen aktiv teilzunehmen. Dass Partizipation eine der wichtigsten Aufgaben einer jeden jungen Frau ist, stand dabei im Zentrum dieser Einheit. Mit praktischen Vorschlägen, wie man unmittelbar an medialen Diskursen teilnimmt, begeisterte der Referent die Fatimas für mehr publizistische Arbeit. Den gelungenen Abschluss dieser Einheit bildete eine interessante Führung im Jüdischen Museum am Judenplatz.

Politik in Österreich Teil 2

Nach der ersten Einheit über Politik in Österreich fand beim zweiten Seminarwochenende zu diesem Thema ein Rundgang durch das Parlament statt. Für viele, vor allem jenen aus den Bundesländern, war es das erste Mal, dass sie das wunderschöne Gebäude am Ring von Innen betrachten konnten. Die Führung ermöglichte es den jungen Frauen, sich ein lebendiges Bild von den politischen Prozessen erhielten. Anschließend lernten die Fatimas die Nationalratsabgeordnete Alev Korun (Die Grünen) kennen, mit der sie sich über Fragen der Integration, der Bildung, der Menschenrechte und vieles mehr unterhielten.

Da es die letzte Einheit innerhalb des Projektes war, stellten sich die Fatimas der Frage, wie es denn nun weitergehen soll? Die Aussage von Nurunnisa trifft den Gedanken der übrigen Teilnehmerinnen recht gut: „Nach sechs intensiven, abwechslungs- und lehrreichen Wochenendseminaren möchte man, dass das Projekt nicht einfach aufhört. Ich habe viele Anregungen und neue Ideen mitgenommen, die ich auf jeden Fall in Zukunft umsetzen möchte!“

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